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Bewährungsstrafen – das müssen Sie wissen!

Verurteilte freuen sich, wenn ein Gerichtsprozess mit einer Bewährungsstrafe endet. Das bedeutet, dass sie nicht in ein Gefängnis müssen und weiterhin in Freiheit leben. Eine Bewährungsstrafe ist allerdings nicht gleichbedeutend mit einem Freispruch. Die Anwaltskanzlei Scheerer & Maly, Ihre Anwälte für Strafrecht in Stuttgart, erklären Ihnen alles Wichtige über Bewährungsstrafen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Bedingungen für eine Bewährungsstrafe
  3. Was bedeutet Bewährungsstrafe?
  4. Welche Auflagen bei einer Bewährungsstrafe?
  5. Welche Auswirkung hat eine Bewährung?
  6. Ist eine Verkürzung der Bewährungszeit möglich?

Autofahrer auf Bewährungsstrafe
© and.one – stock.adobe.com

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit einer Bewährungsstrafe wird eine Verurteilung nicht aufgehoben, auch wenn die Haftstrafe nicht angetreten wird.
  • Ob eine Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann, hängt von der Dauer der Haftstrafe und der Sozialprognose ab.
  • Unter bestimmten Bedingungen kann die Bewährungsstrafe auch verkürzt werden.

Bedingungen für eine Bewährungsstrafe

Eine Freiheitsstrafe kann von einem Gericht zur Bewährung ausgesetzt werden, wenn die Haftstrafe nicht mehr als zwei Jahre beträgt und eine günstige Sozialprognose vorliegt. Unter einer günstigen Sozialprognose versteht man, dass die verurteilte Person Ihre Straftaten aufrichtig bereut. Die Wahrscheinlichkeit, dass die verurteilte Person erneut Straftaten begehen wird, ist damit gering.

Wenn die Freiheitsstrafe mehr als 12 Monate beträgt und die Sozialprognose günstig ausfällt, muss die Freiheitsstrafe sogar zur Bewährung ausgesetzt werden. Vor allem bei Erstdelikten, die mit einer Haftstrafe von ein bis zwei Jahren geahndet werden, erfolgt in Praxis in der Regel die Aussetzung zur Bewährung.

Was bedeutet Bewährungsstrafe?

Straftäterinnen und -täter bekommen vom Gericht durch eine Bewährungsstrafe einen Vertrauensvorschuss. In der Bewährungszeit müssen sich Straftäterin und -täter für dieses Vertrauen bewähren und rechtfertigen. Die Bewährungszeit beträgt zwei bis fünf Jahre. Die verurteilte Person muss in dieser Zeit keine Haftstrafe antreten, muss dafür aber Bewährungsauflagen erfüllen, die das Gericht festlegt.

Wenn die verurteilte Person während der Bewährungszeit die Auflagen nicht einhält oder erneut eine Straftat begeht, kann das Gericht die Aussetzung widerrufen. Das Gericht kann ebenso die Auflagen verschärfen oder die Bewährungszeit nachträglich verlängern. Wenn die verurteilte Person innerhalb der Bewährungszeit straffrei bleibt, wird die Strafe erlassen.

Das Gericht kann auch bei angetretenen Haftstrafen anordnen, dass der Strafrest zur Bewährung ausgesetzt wird. Damit verbunden ist eine vorzeitige Haftentlassung. Bedingung dafür ist, dass die verurteilte Person zwei Drittel der Strafe und mindestens zwei Monate in Haft verbüßt hat.

Welche Auflagen bei einer Bewährungsstrafe?

Die verurteilte Person kann vom Gericht die unterschiedlichsten Weisungen und Auflagen bekommen. Die Weisungen und Auflagen hängen oft mit den Kriminalisierungsfaktoren zusammen, wegen der die verurteilte Person straffällig geworden ist. Folgende Auflagen sind üblich:

  • Wiedergutmachung
  • Wohnsitzwechsel melden
  • Geldzahlungen an gemeinnützige Einrichtungen
  • Gemeinnützige Tätigkeiten
  • Regelmäßige Meldungen beim Gericht
  • Kontaktabbruch zu bestimmten Personen
  • Suche einer Arbeitsstelle
  • Unterhaltspflichten nachkommen
  • Alkohol- und Drogentherapie

Welche Auswirkung hat eine Bewährung?

Die Verurteilung selbst wird von einer Bewährung nicht beeinflusst. Die Bewährung wirkt sich lediglich auf die Art und Weise der Verbüßung aus. Die verurteilte Person gilt auch mit einer Bewährungsstrafe als vorbestraft.

Ist eine Verkürzung der Bewährungszeit möglich?

Eine Verkürzung der Bewährungszeit ist möglich, wenn ein außerordentlich guter Verlauf vorliegt. Die Bewährungsstrafe kann dabei auf das gesetzliche Mindestmaß von zwei Jahren verkürzt werden. Daneben kann das Gericht auch die Beiordnung von Bewährungshelferinnen und -helfern aufheben.

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