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Rechtliches rund um das Thema Urkundendelikte in Stuttgart

Urkundendelikte sind Fälschungsdelikte, die die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Rechtsverkehrs einschränken. Es handelt sich hierbei in keinster Weise um ein Kavaliersdelikt. Gemäß § 267 StGB ist die Urkundenfälschung, also die Täuschung einer echten Urkunde, strafbar. Delikte im Bereich der Urkundenfälschung sind Vergehen, die häufig im Zusammenhang mit anderen Vermögens- oder Eigentumsdelikten wie z.B. Betrug, Diebstahl und Sachbeschädigung auftreten. Für juristische Laien ist oft nur schwer zu durchschauen, ob man sich durch eine bestimmte Handlung nun der Urkundenfälschung strafbar macht oder nicht. Grundsätzlich verfolgen die rechtlichen Regelungen zu Urkundendelikten drei Schutzrichtungen:

  • Schutz der Echtheit einer Urkunde
  • Schutz der inhaltlichen Wahrheit einer Urkunde
  • Schutz des Bestandes einer Urkunde

Wir von der Anwaltskanzlei Scheere & Maly in Stuttgart klären Sie im Folgenden umfassend zu der Rechtslage bei Urkundendelikten auf.


Was ist eine Urkunde?

Zunächst einmal ist zu klären, was im Sinne des Gesetzes unter einer Urkunde zu verstehen ist. Dabei hat sich in der Rechtsprechung folgende Definition bewährt: Eine Urkunde ist die verkörperte, allgemein oder für Eingeweihte verständliche, menschliche Gedankenerklärung, die geeignet und bestimmt ist, im Rechtsverkehr Beweis zu erbringen und ihren Aussteller erkennen lässt (§ 276 StGB). Ob dies im Einzelfall zutrifft, ist maßgeblich für die Strafbarkeit der Handlung, jedoch ist diese Frage juristisch nicht immer leicht zu beantworten. Daher sind Sie immer gut beraten, einen im Strafrecht spezialisierten Anwalt einzuschalten.

Im Bereich der Urkundendelikte sind unter anderem folgende Straftaten zu nennen:

  • Urkundenfälschung (§ 267 StGB)
  • Fälschung technischer Aufzeichnungen (§ 268 StGB)
  • Fälschung beweiserheblicher Daten (§ 269 StGB)
  • Täuschung im Rechtsverkehr (§ 270 StGB)
  • Verändern von amtlichen Ausweisen (§ 273 StGB)
  • Urkundenunterdrückung (§ 274 StGB)
  • Vorbereitung zur Fälschung amtlicher Ausweise (§ 275)
  • Verschaffen von falschen amtlichen Ausweisen (§ 276)
  • Fälschung von Gesundheitszeugnissen (§ 277)
  • U.v.m.

Wann handelt es sich nach deutschem Recht um Urkundenfälschung?

Laut § 276 Abs. 1 StGB liegt eine Urkundenfälschung vor, wenn der Täter oder die Täterin zur Täuschung im Rechtsverkehr

  • eine unechte Urkunde herstellt,
  • eine echte Urkunde verfälscht oder
  • eine unechte oder verfälschte Urkunde gebraucht.

Dabei muss es sich nicht zwingend um Dokumente in Papierform handeln. Auch Kfz-Kennzeichenschilder oder zusammengesetzte Dokumente, wie das an einem Pullover befestigte Preisetikett, das erst in Verbindung mit dem Kleidungsstück Beweiseignung erhält, können nach dem deutschen Strafrecht eine Urkunde sein.

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Welche Strafe droht bei Urkundendelikten?

Der Tatbestand der Urkundenfälschung ist mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren oder einer Geldstrafe belegt. Allerdings gibt es auch besonders schwere Fälle der Urkundenfälschung, die nach § 267 Abs. 3 StGB folgende Taten umfassen:

  • Gewerbsmäßige Begehung
  • Bandenmäßige Begehung
  • Vermögensverluste in hohen Ausmaßen (ab 50.000 €)
  • Große Anzahl an Urkunden (ab 20 Urkunden)
  • Missbrauch einer Amtsstellung

Handelt es sich um eine gewerbe- und bandenmäßige Urkundenfälschung, kann das Strafmaß sogar bei bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe liegen.

Wie kann ein Anwalt helfen?

In jedem Fall sollten Sie dringend einen Strafverteidiger aufsuchen. In unserer Anwaltskanzlei stehen Ihnen erfahrene Rechtsanwälte zur Seite. Wir raten Ihnen, sich nicht zur Sache zu äußern und erst einmal Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft zu beantragen. Erst, wenn wir den genauen Vorwurf kennen, können wir herausfinden, ob Sie sich tatsächlich strafbar gemacht haben, und eine gezielte Verteidigungsstrategie entwickeln.


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