Title: Welche Konsequenzen hat eine Falschaussage?
Published: 7. Oktober 2022
Last modified: 3. November 2025

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# Welche Konsequenzen hat eine Falschaussage?

 Veröffentlicht am 7. Oktober 20223. November 2025 von [](https://www.scheerer-maly.de/author/)

Wir alle kennen es, sei es aus Dokumentationen, einschlägigen Gerichtssendungen 
oder gar aus dem eigenen Leben: Die Belehrung zu Beginn eines Gerichtsverfahrens,
dass die Zeuginnen und Zeugen **verpflichtet sind, die Wahrheit zu sagen.** Welche
Konsequenzen hat eigentlich eine Falschaussage unter Eid und was gilt überhaupt 
als Falschaussage? Darf ich meine Aussage auch verweigern? Lesen Sie mehr und lassen
Sie sich gerne auch bei Ihrem [Anwalt für Strafrecht in Stuttgart](https://www.scheerer-maly.de/anwalt-strafrecht/)
dazu beraten.

## Inhaltsverzeichnis

 1. [Das Wichtigste in Kürze](https://www.scheerer-maly.de/welche-konsequenzen-hat-eine-falschaussage/?output_format=md#wichtigste)
 2. [Wann ist eine Falschaussage strafbar?](https://www.scheerer-maly.de/welche-konsequenzen-hat-eine-falschaussage/?output_format=md#wann-strafbar)
 3. [Typische Szenarien für Falschaussagen](https://www.scheerer-maly.de/welche-konsequenzen-hat-eine-falschaussage/?output_format=md#Typische-Szenarien)
 4. [Wann ist eine Aussage falsch?](https://www.scheerer-maly.de/welche-konsequenzen-hat-eine-falschaussage/?output_format=md#falsche-aussagen)
 5. [Strafrechtliche Konsequenzen und Strafen](https://www.scheerer-maly.de/welche-konsequenzen-hat-eine-falschaussage/?output_format=md#konsequenzen)
 6. [Verjährung und ihre Auswirkungen](https://www.scheerer-maly.de/welche-konsequenzen-hat-eine-falschaussage/?output_format=md#Verjährung-und-ihre-Auswirkungen)
 7. [Praktische Tipps – Wie verhalte ich mich richtig?](https://www.scheerer-maly.de/welche-konsequenzen-hat-eine-falschaussage/?output_format=md#Praktische-Tipps)
 8. [Reden ist Silber, Schweigen ist Gold](https://www.scheerer-maly.de/welche-konsequenzen-hat-eine-falschaussage/?output_format=md#schweigen)

⌊Konsequenzen bei einer Falschaussage⌉⌊Konsequenzen bei einer Falschaussage⌉
© Nutlegal–
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## Das Wichtigste in Kürze

 * Eine Falschaussage ist nicht nur dann strafbar, wenn sie unter Eid erfolgt, beispielsweise
   als Zeuge oder Zeugin vor Gericht, sondern auch ohne Eid.
 * Es gibt verschiedene Theorien zur exakten Definition einer Falschaussage. Am 
   Ende liegt dies im Ermessen des Richters bzw. der Richterin.
 * Grundsätzlich gibt es eine Zeugenpflicht. Vor Gericht schweigen, dürfen Sie in
   Ausnahmefällen. Zum Beispiel, wenn Sie in einem verwandtschaftlichen Verhältnis
   zu dem oder der Beschuldigten stehen.

## Wann ist eine Falschaussage strafbar?

Bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe kann eine Falschaussage vor Gericht nach sich
ziehen (§ 154 StGB). Die Grundvoraussetzung dafür: Die Vernehmung muss **unter Eid**
stattfinden. Jedoch auch uneidliche Falschaussagen können mit Freiheitsstrafen bis
zu 5 Jahren bestraft werden (§ 153 StGB). Nicht jede Institution ist zur eidesstattlichen
Vernehmung autorisiert. Während **Gerichte** und beispielsweise der **Untersuchungsausschuss**
des Bundestages dies sind, sind Polizei und Staatsanwaltschaft es nicht.

Im Klartext heißt das: Machen Sie bei der **Polizei** eine Falschaussage, machen
Sie sich nicht strafbar – als Zeugin oder Zeuge (unter Eid) vor Gericht hingegen
schon. Eine Falschaussage, die zur **Strafvereitelung** führt, kann jedoch nach §
258 StGB andere Strafbestände erfüllen. Die Strafvereitelung bezeichnet dabei den
Tatbestand der vorsätzlichen Verhinderung einer Bestrafung der Täterin oder des 
Täters.

## Typische Szenarien für Falschaussagen

Falschaussagen entstehen oft **im Affekt**, sei es aus Angst vor Strafe, um jemandem
zu helfen oder um sich selbst zu schützen. Doch auch scheinbar harmlose Unwahrheiten
sind strafbar. Die nachfolgenden Beispiele zeigen, wie schnell eine Falschaussage
rechtliche Folgen haben kann.

### Bei der Polizei

Nach einem Verkehrsunfall erklärt ein Fahrer, er sei mit 50 km/h unterwegs gewesen,
obwohl er tatsächlich 80 km/h fuhr. Er will vermeiden, für den Unfall verantwortlich
gemacht zu werden. Eine solche **bewusste Falschangabe** kann später als **falsche
Verdächtigung** (§ 164 StGB) oder Strafvereitelung (§ 258 StGB) gewertet werden.
Besonders, wenn dadurch die Ermittlungen behindert werden.

### Vor Gericht

Eine Zeugin sagt aus, ihr Freund sei zur Tatzeit bei ihr gewesen, obwohl sie weiß,
dass er am Tatort war. Sie möchte ihn **vor einer Verurteilung schützen**. Damit
begeht sie eine uneidliche Falschaussage (§ 153 StGB). Wird sie zuvor vereidigt,
liegt sogar eine eidliche Falschaussage (§ 154 StGB) vor, die mit deutlich höheren
Strafen einhergeht.

### Im Alltag

Ein Arbeitnehmer gibt in einem **Entschädigungsantrag** an, wegen einer Verletzung
arbeitsunfähig zu sein, obwohl er längst wieder arbeiten könnte. Oder jemand verschweigt
beim Antrag auf Sozialhilfe sein Einkommen. Solche bewussten Täuschungen erfüllen
meist den **Tatbestand des Betrugs** (§ 263 StGB) und können zu Geld- oder Freiheitsstrafen
führen.

## Wann ist eine Aussage falsch?

Wann genau wird eine Aussage eigentlich als falsch eingestuft? Das mag für Sie intuitiv
auf der Hand liegen, es ist jedoch nicht so einfach rechtlich fassbar. Beispielsweise
lässt sich eine Falschaussage so definieren, dass sie dem **Wissen der aussagenden
Person widerspricht **oder aber das Wissen der Person **nicht vollständig wiedergibt**(
wichtige Details werden beispielsweise ausgelassen). Andererseits ließe sich eine
Falschaussage auch so definieren, dass sie **„ins Blaue hinein“ **getätigt wurde,
also dass die aussagende Person nicht ausführlich genug über die Aussage nachgedacht
hat.

Am Ende liegt es **im Ermessen der Richterin oder des Richters**, zu entscheiden,
ob es sich um eine Falschaussage gehandelt hat. Beachten Sie jedoch, dass Sie als
Zeugin oder Zeuge nur für Falschaussagen belangt werden dürfen, die **für das Beweisverfahren
relevant **sind. Dies kann beispielsweise die Tat selbst oder Ihr Verhältnis zur
Täterin oder zum Täter betreffen, nicht aber Dinge, die gar nichts mit dem Fall 
zu tun haben. Über Ihre **Identität **müssen Sie immer die Wahrheit sagen.

## Strafrechtliche Konsequenzen und Strafen

Falsche Aussagen haben je nach Situation sehr unterschiedliche Folgen. Maßgeblich
ist, wo Sie die falschen Angaben machen und **welcher Tatbestand** damit erfüllt
ist. Vor Gericht drohen Freiheitsstrafen. Bei Polizei und Behörden kommen je nach
Fall auch Geldstrafen in Betracht. Die Spannweite reicht von einer Geldstrafe bis
zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe.

| **_Kontext_** | **_Typische Tatbestände_** | **_Gesetzlicher Strafrahmen_** | **_Beispiel aus der Praxis_** | 
| **_Bei der Polizei_** | Falsche Verdächtigung | Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 5 Jahre | Nach einem Unfall schiebt jemand die Schuld bewusst auf einen Unbeteiligten. | 
|  | Vortäuschen einer Straftat | Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 3 Jahre | Es wird eine nicht stattgefundene Tat angezeigt, um Versicherungsgeld zu erhalten. | 
|  | Strafvereitelung | Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 5 Jahre | Jemand hält Beweise zurück, damit eine Dritte nicht verurteilt wird. | 
| **_Vor Gericht_** | Uneidliche Falschaussage | Freiheitsstrafe bis 5 Jahre. In Ausnahmefällen statt kurzer Freiheitsstrafe Geldstrafe ab 90 Tagessätzen (§ 47 Abs. 2 StGB). | Eine Zeugin schildert den Tathergang bewusst falsch. | 
|  | Eidliche Falschaussage / Meineid | Freiheitsstrafe nicht unter 1 Jahr; im minder schweren Fall bis 5 Jahre | Ein vereidigter Zeuge schwört bewusst falsch. | 
| **_Bei Behörden_** | Falsche Versicherung an Eides Statt | Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 3 Jahre | Falsche eidesstattliche Erklärung im Verwaltungsverfahren. | 
|  | Betrug (z. B. Sozialleistungen) | Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 5 Jahre; in besonders schweren Fällen bis 10 Jahre | Unrichtige Angaben gegenüber dem Jobcenter, um Leistungen zu erhalten. |

In seltenen Fällen ersetzt das Gericht eine kurze Freiheitsstrafe durch eine **Geldstrafe
ab 90 Tagessätzen**, etwa bei einer uneidlichen Falschaussage. Deutlich härter fällt
die Strafe bei einer eidlichen Falschaussage oder einem **Meineid** aus: Hier droht
eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr.

Wer als Amtsträgerin oder Amtsträger eine **Strafvereitelung im Amt** begeht, muss
mit einer Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und fünf Jahren rechnen. Besonders
schwer wiegt auch ein **Betrug bei Behörden**, etwa im Zusammenhang mit Sozialleistungen.
Hier liegt der Strafrahmen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.

## Verjährung und ihre Auswirkungen

Auch bei Falschaussagen gilt, dass Straftaten nicht unbegrenzt verfolgt werden. 
Nach Ablauf bestimmter Fristen tritt **Verjährung** ein. Das bedeutet, dass eine
strafrechtliche Verfolgung dann nicht mehr möglich ist, selbst wenn die Tat bewiesen
wäre.

Für eine **uneidliche Falschaussage** nach § 153 StGB beträgt die Verjährungsfrist**
fünf Jahre**. Bei einer **eidlichen Falschaussage oder einem Meineid** (§ 154 StGB)
verlängert sich die Frist auf **zehn Jahre**. Die Frist beginnt grundsätzlich mit
dem Tag, an dem die Tat begangen wurde. Nach Ablauf dieser Zeitspanne darf weder
ein Ermittlungsverfahren eingeleitet noch eine Anklage erhoben werden.

## Praktische Tipps – wie verhalte ich mich richtig?

Wer seine Rechte kennt und sich richtig verhält, schützt sich vor unnötigen Risiken
und Missverständnissen.

**Für Beschuldigte:**

 * Machen Sie keine Aussagen ohne juristischen Rat. Auch nicht aus scheinbarer Höflichkeit
   oder Druck.
 * Nutzen Sie Ihr Schweigerecht, bis Ihre Anwältin bzw. Ihr Anwalt Akteneinsicht
   hatte.
 * Geben Sie keine spontanen Erklärungen bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft
   ab.
 * Unterschreiben Sie keine Protokolle, die Sie nicht vollständig gelesen oder verstanden
   haben.
 * Bewahren Sie Ruhe und kontaktieren Sie umgehend Ihre Verteidigerin bzw. Ihren
   Verteidiger.

**Für Zeuginnen und Zeugen:**

 * Bereiten Sie sich auf die Aussage vor, indem Sie sich den Sachverhalt noch einmal
   sachlich vergegenwärtigen.
 * Bleiben Sie bei der Wahrheit, auch wenn Sie sich nicht an jedes Detail erinnern
   können.
 * Sagen Sie offen, wenn Sie etwas nicht sicher wissen oder sich nicht erinnern.
 * Lassen Sie sich nicht zu Aussagen drängen, die Sie so nicht vertreten können.
 * Fragen Sie bei Unklarheiten nach. Sie dürfen sicherstellen, dass Sie richtig 
   verstanden werden.

## Reden ist Silber, Schweigen ist Gold?

Wie ist es für den Fall, dass Sie einfach schweigen? Das ist prinzipiell erlaubt
und Sie können dafür in der Regel nicht bestraft werden – sofern die **Rahmenbedingungen
zur Zeugenpflicht beachtet **werden. Schweigen ist keine Falschaussage, sondern 
eben gar keine Aussage. Eine Ausnahme gilt jedoch: Wenn Sie nur zum Teil schweigen,
d. h. gewisse Details einer Aussage machen und andere bewusst verheimlichen, wird
dies als Falschaussage gewertet, weil sie die Geschichte durch die **Auslassungen**
bewusst verzerrt haben. Gerne berät Sie die Anwaltskanzlei Scheerer & Maly weiterführend,
kontaktieren Sie uns.

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