Title: Körperverletzung: einfach, gefährlich oder schwer?
Author: Anwaltskanzlei Scheerer &amp; Maly
Published: 16. September 2021
Last modified: 2. April 2026

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# Körperverletzung: einfach, gefährlich oder schwer?

 Veröffentlicht am 16. September 20212. April 2026 von [Anwaltskanzlei Scheerer & Maly](https://www.scheerer-maly.de/author/anwaltskanzlei-scheerer-maly/)

Juristen und Juristinnen unterscheiden beim **Straftatbestand der Körperverletzung**
zwischen schweren, gefährlichen und einfachen Körperverletzungen. Die Strafbarkeit
ist in **§ 223 ff. des Strafgesetzbuches** (StGB) geregelt. Danach liegt eine Körperverletzung
vor, wenn eine Person eine andere „körperlich misshandelt oder an der Gesundheit
schädigt“. Doch was genau ist mit einfacher, schwerer und gefährlicher Körperverletzung
gemeint und welche Auswirkungen hat die Einteilung auf das Strafmaß? Welche Strafe
ist bei einer leichten Körperverletzung im Gegensatz zur Strafe bei schwerer Körperverletzung
zu erwarten? Wir von der Anwaltskanzlei Scheerer & Maly in Stuttgart geben einen
Überblick.

![Faust schlägt Frau als Symbol für Körperverletzung](https://www.scheerer-maly.
de/wp-content/uploads/sites/746/2024/06/faust-schlaegt-frau-strafe-koerperverletzung-
stuttgart.jpg)

## Welche Arten der Verletzung sind mit den Straftatbeständen gemeint?

Je nach Kategorisierung wird die begangene Tat als einfache, schwere oder gefährliche
Körperverletzung gewertet. Das zu erwartende Strafmaß ist davon abhängig. Die Strafe
bei einer leichten Körperverletzung fällt aufgrund eines geringeren Schadens milder
aus als die Strafe für eine gefährliche oder gar schwere Körperverletzung. Die sogenannte**
einfache Körperverletzung** ist der **Grundtatbestand** (§ 223 StGB). Jede Verletzung
einer anderen Person fällt darunter. Oft wird diese Straftat auch als leichte Körperverletzung****
bezeichnet. Beispiele sind eine **Ohrfeige oder Schubsen**. Die Folgen einer einfachen
Körperverletzung können Kratzer, Prellungen, Schwellungen, aber auch Brüche oder
eine Gehirnerschütterung sein. Zu den typischen leichten Körperverletzungsbeispielen
gehören demnach alle, die keine bleibenden Schäden hinterlassen und daher milder
bestraft werden.

Die Abgrenzung zu den anderen Formen erfolgt auf umgekehrte Weise. Wenn die Kriterien
der schweren oder gefährlichen Körperverletzung nicht zutreffen, liegt lediglich**
eine einfache Körperverletzung** vor. 

Eine **gefährliche Körperverletzung** (§ 224 StGB) muss demnach:

 * mittels einer **Waffe** (dies kann auch ein Alltagsgegenstand sein, der als Waffe
   verwendet wird!),
 * unter Einsatz von **Gift**,
 * mittels eines **hinterlistigen Überfalls**,
 * mit einem anderen Beteiligten **gemeinschaftlich** oder 
 * mittels einer **lebensgefährdenden** Behandlung

verübt werden, um als solche klassifiziert zu werden. Der in der Praxis relevanteste
Anwendungsfall ist der Waffeneinsatz. Beispiele sind Messerstiche, Schläge mit einem
Baseballschläger, Tritte gegen den Kopf des Opfers oder sogar Vergiftungen mit Gefahrstoffen.
Klassische gefährliche Körperverletzungsbeispiele, bei denen die Mittel Einfluss
auf die Strafe haben.

Die nächste Stufe ist die **schwere Körperverletzung** (§ 226 StGB). Bei der Einordnung
ist auf die **Art der Verletzung** abzustellen. Wenn die Körperverletzung einen 
der folgenden Punkte zur Folge hat, gilt sie als schwer:

 * Verlust des Seh-, Hör- oder Sprechvermögens oder der Fortpflanzungsfähigkeit
 * Verlust eines (wichtigen) Körpergliedes
 * Dauerhafte und erhebliche Entstellung
 * Lähmung, geistige oder körperliche Behinderung

Die schweren Körperverletzungsbeispiele sind unabhängig von der Methode (einfach
oder gefährlich), sondern werden durch den bleibenden Schaden definiert. Wie die
Verletzung zustande kommt bzw. zugefügt wurde, ist für die Einordnung damit nicht
relevant. Der Grad der Schwere wird demnach in folgender Reihenfolge bestimmt: einfach,
gefährlich, schwer.

## Wie unterscheidet sich das Strafmaß?

Bei der Beurteilung des zu erwartenden Strafmaßes kommt es entscheidend auf die 
Art der Körperverletzung an: 

### Strafe bei leichter Körperverletzung

Das genaue Strafmaß beurteilt das Gericht anhand der **Umstände des Einzelfalls**,
wobei vor allem eine Vorstrafe des Täters bzw. der Täterin und ein Geständnis eine
wichtige Rolle spielen. Für Ersttäter und -täterinnen werden meist mildere Strafen
verhängt, z. B. eine Geldstrafe oder eine **Freiheitsstrafe zur Bewährung**. Vor
allem bei leichter Körperverletzung eine gängige Strafe. Bei Wiederholungstätern
und -täterinnen oder besonders schweren Fällen können die Strafen drastisch höher
ausfallen und bis hin zur vollen Höchststrafe reichen. Das Strafmaß für diese Art
der Körperverletzung ist allerdings ebenso individuell und abhängig von der Gesamtsituation.

### Strafe bei gefährlicher Körperverletzung

Bei minder schweren Fällen (z. B. bei gefährlicher Körperverletzung) kann das Strafmaß
aber auch herabgesetzt werden, z. B. auf sechs Monate **bis zu fünf Jahre**. Die
Strafe der Körperverletzung richtet sich nach § 49 StGB.

### Strafe bei schwerer Körperverletzung

Ersttäter und -täterinnen können bei schwerer Körperverletzung je Einzelfall auch
mit milderen Strafen rechnen. Darunter fällt eine **Freiheitsstrafe zur Bewährung**.
Bei Wiederholungstätern und -täterinnen oder besonders schweren Fällen (z. B. mit
Todesfolge) fallen die Strafen drastisch höher aus und reichen bis zur Obergrenze.

## Welche Rolle spielt Vorsatz?

Die drei erläuterten Straftatbestände setzen vorsätzliches Handeln voraus. Vorsatz
bedeutet das **Wissen und Wollen** der Tat und der Folgen. Das bedeutet, der Täter
oder die Täterin weiß, was sein oder ihr Handeln für Folgen hat und wünscht das 
Eintreten dieser Folgen bzw. nimmt diese billigend in Kauf. Dabei muss er oder sie
sich selbstverständlich nicht im Klaren über **das gesamte Ausmaß** seines oder 
ihres Handelns sein.

Fehlt der Vorsatz, kommt eine Bestrafung wegen **fahrlässiger Körperverletzung**
gemäß § 229 StGB in Betracht. Abzugrenzen vom Vorsatz ist die **Absicht**: Gemäß§
226 II StGB beträgt das Strafmaß nicht weniger als drei Jahre, wenn die Verletzung
absichtlich herbeigeführt wurde, wenn also beispielsweise eine Person eine andere
mit der festen Absicht verletzt, sie so sehr zu schädigen, dass sie gelähmt sein
wird.

## FAQ

### Was bekommt man für eine schwere Körperverletzung?

Die schwere Körperverletzung hat im Gegensatz zur einfachen Körperverletzung eine
schwerere Strafe zur Folge: Diese Tat zählt als **Verbrechen** im deutschen Strafrecht
und wird mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr **bis zu maximal 10
Jahren** bestraft. Das genaue Strafmaß hängt stets von der gerichtlichen Einschätzung
des Einzelfalls ab, die sich vornehmlich an den genauen Tatumständen, der **Geständigkeit**
und dem Vorliegen einer **Vorstrafe** des Täters bzw. der Täterin bemisst. In minder
schweren Fällen kann die Strafandrohung für die Tat auf sechs Monate bis hin zu 
fünf Jahren herabgesetzt werden. 

### Welcher Anwalt hilft mir beim Vorwurf der Körperverletzung?

Beim Vorwurf der Körperverletzung sollte möglichst früh ein Anwalt oder eine Anwältin
als Rechtsbeistand kontaktiert werden. Wir von der [Anwaltskanzlei Scheerer & Maly](https://www.scheerer-maly.de/anwalt-strafrecht/)
sind spezialisiert auf das Strafrecht und können Sie daher in Ihrem **Prozess** 
bestmöglich unterstützen. Ihr Anwalt bzw. Ihre Anwältin für Strafrecht bringt nicht
nur die entsprechenden **Fachkenntnisse** und Expertise mit, sondern verfügt auch
über die nötige **Erfahrung** in diesem Rechtsgebiet. Dabei liegt unser Fokus stets
auf einem für Sie günstigen Ausgang des Strafprozesses – wenn möglich mit einem **
Freispruch** oder einer Einstellung des Verfahrens. 

### Muss eine Körperverletzung angezeigt werden?

Die einfache bzw. leichte Körperverletzung muss angezeigt werden, damit sie überhaupt
strafrechtlich verfolgt werden kann. In diesen Fällen muss das Opfer einen **Strafantrag**
bei der Polizei stellen. **Ausnahmen** dazu bestehen dann, wenn ein **besonderes
öffentliches Interesse** an der Strafverfolgung besteht, aufgrund dessen ein Einschreiten
der Strafverfolgungsbehörden von Amts wegen für geboten erscheint. Die anderen Formen
der Körperverletzung – sprich gefährliche oder schwere Körperverletzung – werden
durch die **Staatsanwaltschaft** bei Kenntnisnahme davon automatisch zur Anzeige
gebracht. 

### Was passiert, wenn man wegen Körperverletzung angezeigt wird?

Sollten Sie eine Anzeige wegen Körperverletzung erhalten haben, gehen Sie folgendermaßen
vor:

 1. Bewahren Sie Ruhe.
 2. Sprechen Sie nicht ohne Anwalt oder Anwältin mit der Polizei, um keine belastenden
    Aussagen zu machen.
 3. Beantragen Sie (über Ihren Anwalt bzw. Ihre Anwältin) Einsicht in die Ermittlungsakte,
    um den Stand des Verfahrens zu kennen.
 4. Sichern Sie mögliche Beweise (z. B. Videoaufnahmen oder Zeugenaussagen), die Ihre
    Aussagen untermauern könnten.

Gut zu wissen: Da ein Anwalt bzw. eine Anwältin die genannte**Akteneinsicht** beantragen
kann, gewinnen Sie schnell einen Überblick über das Ermittlungsverfahren. Dadurch
kann bereits frühzeitig eine **effektive Strategie zur Strafverteidigung** entwickelt
werden, um das Verfahren für Sie möglichst straflos und einfach zu gestalten. Auf
keinen Fall sollten Sie Angaben bei der Polizei machen, ohne diese mit Ihrem Anwalt
oder Ihrer Anwältin zuvor abgestimmt zu haben. Aussagen Ihrerseits zum Vorfall oder
Tathergang können Ihnen negativ ausgelegt werden und lassen sich im Rahmen des Verfahrens
kaum mehr rückgängig machen.

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[Fußgänger im Verkehrsrecht: Haben sie immer recht?](https://www.scheerer-maly.de/fussgaenger-im-verkehrsrecht/)

[Strafrechtliche Verfolgung wegen Corona-Verstößen: Welche Vorwürfe können auftreten?](https://www.scheerer-maly.de/verfolgung-wegen-corona-verstoessen/)